Liebe Freunde,
das Thema des diesjährigen Gedenkens konfrontiert uns mit einer unbequemen Frage: Wer waren die Täter?
Es waren keine übernatürlichen Monster. Es waren ganz normale Menschen, die Grausamkeiten begangen, angeordnet oder geduldet haben. Und auch jene, die davon wussten und schwiegen. Denn das Schweigen angesichts eines Verbrechens ist ebenfalls eine Form der Mitschuld.
Heute wiederholt sich derselbe Mechanismus in der ganzen Welt.
Während das kubanische Volk unter der längsten und grausamsten Blockade der Geschichte leidet, verhängt die US-Regierung unter Donald Trump immer komplexere zusätzliche Sanktionen; im Laufe dieses Jahres hat sie bereits zwei Exekutivverordnungen verabschiedet, die diese veraltete Politik verschärfen. Eine Energieblockade. Eine finanzielle Erstickung. Eine gezielte Verfolgung, um eine ganze Nation in die Knie zu zwingen.
Nach der Demonstration der kubanischen Arbeiter am 1. Mai wurden neue sekundäre Sanktionen verabschiedet, die eine erhebliche aggressive Eskalation gegen Kuba darstellen. Ihre Reichweite geht über die kubanischen Grenzen hinaus und hat direkte Auswirkungen auf jeden, der Verbindungen zu unserem Land hat oder haben möchte.
Neben all jenen, die mehr Strafen für Kuba fordern, gibt es auch andere, die schweigen. Die nicht verurteilen. Die nicht anprangern. Die wegschauen, während ein ganzes Volk erstickt wird.
Es gibt auch andere, die, wie die fünf Kubaner, denen diese Gedenktafel gewidmet ist, für unerschütterliche Solidarität mit den gerechten Anliegen dieser Welt stehen. Es sind jene, die heute mutig bekräftigen, so wie es jene kubanischen Internationalisten taten, dass die Solidarität zwischen den Völkern weiterleben wird.
Liebe Kolleginnen und Kollegen:
Keine Nation ist besser als eine andere. Kein Volk ist besser als andere. Das hat uns die Geschichte dieses Konzentrationslagers gelehrt. Der Anspruch auf Überlegenheit und die Missachtung der Souveränität anderer sind einige der Ursachen für das Aufkommen des Faschismus. Und genau diese Logik tarnt sich heute als Sanktionen, als illegale und einseitige Listen, als Blockaden.
Kuba bedroht niemanden. Kuba fordert lediglich, sein grundlegendstes Recht auszuüben: über sein eigenes Schicksal zu entscheiden, zu seinen eigenen Bedingungen, ohne Bevormundung und ohne Auflagen.
Wir gedenken heute Roberto Cortezón, Félix Llanos, Alberto Sánchez, José Luis Pérez Arocha und Manuel Sola Castillo. Sie kämpften auf dem Schlachtfeld gegen den Faschismus und opferten ihr Leben für den solidarischen Internationalismus.
Sie kämpfen gemeinsam mit dem kubanischen Volk auf dem Feld der Solidarität, damit Wahrheit und Gerechtigkeit siegen.
Kuba ist nicht allein!
Schluss mit der Blockade!
Nie wieder Faschismus!
Vielen Dank!
