Berlin, 13. April 2026. – Aktivisten der Solidarität mit Kuba kamen aus allen Ecken Deutschlands sowie aus Österreich und der Schweiz nach Berlin, um an der internationalen Solidaritätskonferenz mit Kuba teilzunehmen, die am vergangenen Samstag, dem 11. April, im Kino Babylon stattfand. Mehr als 600 Menschen füllten den ausverkauften Saal; alle wollten ihre Solidarität mit der Insel bekunden und Aleida Guevara March ehren. Die Tageszeitung junge Welt und der Kulturzeitschrift Melodie und Rhythmus zeichnen an diesem Nachmittag der kubanischen Kinderärztin für ihr praktisches internationalistisches Wirken mit dem Rosa-Luxemburg-Preis aus. Die Tochter des Guerrillero Heroico erhält diesen Preis auch stellvertretend für das widerständige Volk Kubas.
Bei der Auftakt der Konferenz präsentierte die junge kubanische Journalistin Liz Oliva Fernández die Arbeit des unabhängigen Medienprojekts Belly of the Beast, ein Kollektiv kubanischer und US-amerikanischer Journalisten und Filmemacher, das in Reportagen und Dokumentarfilmen den stillen Krieg gegen Kuba durch die Auferlegung einer fast siebzig Jahren andauernden Blockade aufzeigt und Lebensgeschichten von Kubanern erzählt, die beschlossen haben, auf Kuba die Zukunft ihres Landes weiter aufzubauen.
Aus Venezuela sandte Julieta Daza eine Botschaft über die historische Beziehung zwischen Kuba und diesem mittelamerikanischen Land sowie über die Bedeutung der Gesundheits- und Bildungsprogramme, die von den Regierungen Fidels und Chávez entwickelt und später auf viele anderens Länderns Lateinamerikas ausgeweitet wurden, wodurch Millionen von Menschen Lesen und Schreiben gelernt haben und die Sehkraft zurückgewonnen haben. „Wir vergessen den Beitrag Kubas nicht, denn ohne Gedächtnis gibt es keine Solidarität“, kommentierte sie und bekräftigte: „In seinem Beitrag zur Menschheit ist Kuba ein Riese. Ohne die US-Sanktionen wäre Kuba enorm.“
Der französisch-spanische Journalist Ignacio Ramonet fasste in seinen Worten die umfassende Solidaritätsarbeit zusammen, die die kubanische Revolution seit ihren Anfängen in verschiedenen Bereichen geleistet hat. Dazu merkte er an: „Kuba ist ein kleines Land, aber eine Supermacht der Solidarität (…) Kein anderes Land ging nach Afrika, um zu befreien, anstatt zu kolonisieren und zu plündern, nur Kuba. Kuba ist das einzige Land der Welt, das in Sachen Antiimperialismus und Antikolonialismus so solidarisch war. Kuba hat das Wissen demokratisiert, um die Köpfe der Welt zu befreien (…) In seiner medizinischen Solidarität hat Kuba niemals ideologische Unterschiede gemacht. Angesichts der Notwendigkeit von Hilfe hat es sein Personal in vielen Ländern der Welt entsandt. ‚Heimat ist die Menschheit‘, diesen Satz von José Martí haben die Kubaner als Gebot verinnerlicht.“ Am Ende seiner Rede rief er die internationale Gemeinschaft dazu auf, sich in Solidarität mit Kuba zu mobilisieren, und erklärte: „Kuba hat vielen Ländern Freiheit, Wissen und Gesundheit geschenkt. Wie könnten wir da nicht auch etwas für Kuba tun und zeigen: Kuba ist nicht allein!“
In einer Podiumsdiskussion unter der Leitung des Chefredakteurs der jungen Welt, Nick Brauns, tauschten sich der Schweizer Arzt und Vizepräsident der Organisation Medicuba-Europa, Franco Cavalli, der kubanische Intellektuelle Enrique Ubieta, Liz Oliva Fernández und die Menschenrechtsaktivistin Fanny-Michaela Reisin mit dem anwesenden Publikum aus. Sie hoben die Auswirkungen der grausamen Kriegs- und Wirtschaftsstraffpolitik der USA gegen Kuba auf alle Aspekte des täglichen Lebens des kubanischen Volkes hervor, die durch die Ölblockade auf ein noch nie dagewesenes Ausmaß verschärft wurde; sie betonten, dass es heute mehr denn je notwendig ist, Solidarität mit Kuba zu üben, die Werte des Völkerrechts und einer auf Regeln basierenden Welt wiederherzustellen und dem Recht des Stärkeren ein Ende zu setzen.
Als krönender Abschluss des Abends wurde Aleida Guevara nach der Laudatio von Enrique Ubieta unter minutenlangem Beifall und Sprechchore von „Viva Cuba Socialista!“ die Rosa-Luxemburg-Statuette überreicht, die der deutsche Bildhauer Rolf Biebl speziell für diesen Preis geschaffen hatte. Sichtlich bewegt dankte Aleida den Anwesenden für diese Ehre und erklärte: „Ich nehme diesen Preis im Namen meines Volkes entgegen. Es ist dasjenige, dass diesen Preis eigentlich verdient hat.“ Und um ihre Dankbarkeit zum Ausdruck zu bringen, berührte sie die Herzen der Anwesenden mit dem Lied Gracias a la Vida (Dank des Lebens) von Violeta Parra.
Vom Kino Babylon in Berlin aus schlossen sich die Stimmen der Anwesenden dem Ruf vieler anderer Stimmen in verschiedenen europäischen Städten an, die an diesem Wochenende gezeigt haben: Kuba ist nicht allein!
Embacuba Alemania
Fotos: Quelle junge Welt














