Der kubanische Botschafter in Österreich gibt der Zeitung „Volksstimme“ ein Interview und betont die Bedeutung der internationalen Solidarität angesichts der Blockade

Wien, 19. Juni 2026- Der kubanische Botschafter in Österreich, Pablo Berti Oliva, gab der österreichischen Zeitung „Volksstimme“ ein Interview, in dem er auf die komplexe Lage der Insel aufgrund der Verschärfung der von den Vereinigten Staaten verhängten Wirtschafts-, Handels- und Finanzblockade, die Strategien der kubanischen Regierung zur Überwindung der Energiekrise sowie die entscheidende Rolle der internationalen Solidarität einging.

In dem von Nora Dornis geführten Interview erklärte der kubanische Diplomat, dass die seit 67 Jahren andauernde und während der Präsidentschaft von Donald Trump verschärfte Blockade eine schwere Wirtschaftskrise ausgelöst habe, die in eine humanitäre Katastrophe auszuarten drohe. Berti Oliva führte aus, dass die Sanktionen die Ölversorgung der Insel schwer beeinträchtigt hätten, was zu Stromausfällen und Beeinträchtigungen bei der Wasserversorgung, der Zubereitung von Mahlzeiten und im Verkehr geführt habe, mit dem daraus resultierenden Anstieg der Kindersterblichkeitsraten und dem Rückgang der Überlebensrate bei Krebserkrankungen im Kindesalter von 85 % auf 65 %.

Der Botschafter betonte, dass die kubanische Regierung trotz der Schwierigkeiten die Pläne zur Umgestaltung der nationalen Energiestruktur beschleunigt habe. Zudem berichtete er, dass  derzeit wirtschaftliche Reformen umgesetzt würden, wie beispielsweise der Abbau des Staatsapparats, die Zusammenlegung von Ministerien und die Gewährung größerer Autonomie für die Gemeinden, um die wirtschaftliche und administrative Verwaltung des Landes effizienter zu gestalten.

Der kubanische Diplomat betonte, wie wichtig es sei, praktische Solidaritätsaktionen wie die Lieferung von Medikamenten und Solarmodulen mit politischer Lobbyarbeit zu verbinden, um Regierungen und Parlamente für die Rechtswidrigkeit der Blockade zu sensibilisieren. Er bedankte sich ausdrücklich für die von der Kommunistischen Partei Österreichs (KPÖ) initiierten Kampagnen, wie beispielsweise die Initiative „Sonne für Kuba“, und würdigte die Lieferung von 100 Kilogramm Medikamenten durch slowenische Studenten auf die Insel. Der kubanische Diplomat betonte, dass jede Form der Unterstützung, so gering sie auch sein mag, zutiefst geschätzt wird und dazu beiträgt, das Leid des kubanischen Volkes zu lindern, und bekräftigte zugleich die Bereitschaft Kubas, anderen Nationen weiterhin Solidarität zu bieten, wie es dies historisch gesehen durch seine medizinischen Brigaden und Programme der internationalen Zusammenarbeit getan hat.

Abschließend richtete der Botschafter eine Botschaft an die internationale Solidaritätsbewegung: „Unterstützt Kuba weiterhin so, wie ihr es bisher getan habt. Prangert weiterhin die Sanktionen und Maßnahmen gegen Kuba an. Seid versichert, dass wir weiterhin für unsere Souveränität kämpfen werden, denn wir sind davon überzeugt, dass eine bessere Welt möglich ist, und wir müssen gemeinsam daran arbeiten, dies zu erreichen.“

 

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