Berlin, 15. August 2024 - Der Landesvorsitzende der Partei Die Linke in Niedersachsen, Thorben Peters, hat am 7. August in einem Interview mit der Zeitung Neues Deutschland über seine Eindrücke bei seinem letzten Kuba-Besuch im vergangenen Mai und seine Erfahrungen in der sozialen Arbeit berichtet, der er auch in seiner Tätigkeit in Deutschland eng verbunden ist.
Peters erklärt, dass Kuba zwar mit sehr ähnlichen sozialen Problemen konfrontiert ist wie Deutschland, dass man aber hier ein hochindustrialisiertes Land mit einer kleinen Insel im Globalen Süden vergleicht, „die unter einer brutalen Wirtschafts-, Handels- und Finanzblockade der USA leidet“. Er erkennt auch die komplexe und angespannte wirtschaftliche Lage an, in der sich Kuba derzeit befindet, und dass das Land zu ihrer Lösung ein erhebliches Wirtschaftswachstum benötigt, doch „Das Wesentliche hängt in meinen Augen aber auch massiv von uns ab. Damit meine ich uns als Solidaritätsbewegung. Es braucht den Druck der internationalen Gemeinschaft, damit diese Blockade endlich verschwindet und Kuba von der US-Terrorliste gestrichen wird. Ohne das wird Kuba es sehr schwer haben, ein entsprechendes ökonomisches Wachstum zu bewerkstelligen (...) Statt von Deutschland aus zu kommentieren, welche Reformen Kuba unter diesen Bedingungen machen könnte, müssen wir als internationale Gemeinschaft den Druck auf unsere jeweiligen Regierungen erhöhen.“ betonte er.
Speziell im Hinblick auf die Sozialarbeit hebt der Linke-Politiker die positiven Aspekte der Beteiligung der Nachbarschaft an der Sozialhilfe, die Verbindung zwischen Sozialarbeit und Kultur sowie die großen Anstrengungen des Staates hervor, trotz knapper Ressourcen Lösungen für Probleme zu finden. „Für die soziale Arbeit nehme ich die Nachbarschaftsorientierung und das sehr proaktive Zugehen auf die Menschen und die enge Verbindung zur Kultur mit. Das Organisieren von gemeinschaftsstiftenden Aktivitäten ist eng verbunden mit Kulturprogrammen. Das ist eine schöne Kombination, die auf jeden Fall eine Anregung ist für soziale Arbeit in Deutschland. Ich bin immer wieder zutiefst erstaunt vom Humanismus in Kuba. Mit diesen geringen Ressourcen ein Gesundheitssystem, eine Bildung und Zugang zur Kultur zu organisieren, die weiten Teilen der Bevölkerung ermöglicht, sich dann doch persönlich zu entwickeln und für mehr soziale Gerechtigkeit sorgt, das ist sehr beeindruckend.“
Abschließend merkt er an, dass Kuba auch Erfahrungen liefert, die Vorbildcharakter haben: „Mit seiner internationalen Solidarität durch zum Beispiel Ärztebrigaden sowie seiner gelebten Alternative zum kapitalistischen System, bietet Kuba zudem Orientierung in krisenhaften Zeiten.“
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