Kulturprojekt schlägt eine Brücke zwischen Kuba und dem Ruhrgebiet

Berlin, 17. Juni 2026. – „Meine Ausfürungen zeigen: Zwischen dem Revier und Kuba besteht seit Langem eine Brücke. Sie blieb oft unsichtbar, doch viele Menschen aus Ost- und Westdeutschland haben sie bereits beschritten. Auch ich bin über sie zu euch gelangt. Nördliche meiner Insel ziehen dunkle Wolken auf, doch ich bin gewiss: Es werden bessere und friedlichere Zeiten kommen. Villeicht ermutigt mein text alte wie neue Freunde aus dem Ruhrgebiet, den Weg über diese Brücke nach Kuba anzutreten.“

 Foto Uwe-Jens Bratkus-Fünderich

 

So verabschiedet sich Jesús Ismael Írsula Peña in seinem Buch „Eine Reise ins Ruhrgebiet. Ein anderer Blick aufs Revier.“ Er ist Literaturübersetzer, Dolmetscher – unter anderem für Comandante Fidel Castro –, Promoter, aber vor allem ein unermüdlicher Brückenbauer zwischen Kuba und Deutschland.

Das Werk entstand im Rahmen eines Künstleraufenthalts dank eines Stipendiums der deutschen Brost-Stiftung, die mit dem Projekt „Der andere Blick“ darauf abzielt, die Werte des Ruhrgebiets aus der Perspektive ausländischer Künstler zu fördern. Diesmal wurden zwei Kubaner ausgewählt: Jesús und sein Sohn, der Fotograf und bildende Künstler Arián Írsula, die sich mit Feder und Kamera auf die Suche nach dem begaben, was diese Region Deutschlands auszeichnet und prägt.

 Foto Uwe-Jens Bratkus-Fünderich

Am 12. Juni, während der Eröffnung der Fotoausstellung „Materia Pott“ und der Buchvorstellung in der Ruhr Gallery in Mühlheim, zeigten beide Künstler in Anwesenheit der kubanischen Botschafterin Juana Martínez González, des Vorsitzenden der Brost Stiftung, Bodo Hombach und des Ersten Bürgermeisters der Stadtd was sie am „Pott“ – wie diese Region mit ihrer Bergbau- und Industrietradition umgangssprachlich genannt wird – beeindruckt hat.

 Foto Uwe-Jens Bratkus-Fünderich

Alle Plätze waren besetzt, viele mussten stehen, denn zu diesem Anlass waren mehr als 200 Menschen zusammengekommen. Die Feier endete ganz im Stil eines kubanischen Festes mit einem Auftritt der Sängerin Mariela Santana, begleitet von in Deutschland lebenden kubanischen Musikern.

Mit der Ausstellung, die noch bis Ende Juni zu sehen ist, findet dieses Projekt seinen Abschluss, „doch die Erinnerungen, Erlebnisse, Freundschaften und vor allem ihre Werke, die im Ruhrgebiet entstanden sind, bleiben erhalten“, wie der Journalist Leonard Berstermann in seinem Artikel für die Westdeutsche Allgemeine Zeitung schreibt.

Einmal mehr schlägt die Kultur eine Brücke zwischen Völkern, Eigenarten und Identitäten und zeigt, dass die Menschen mehr verbindet als trennt. Die Urheber sind diesmal zwei würdige Vertreter einer kleinen Insel in der Karibik, die jedoch kulturell groß ist und die im Ruhrgebiet dieselbe menschliche Wärme und Herzlichkeit vorfanden, die die Kubaner auszeichnet.

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